Warnschutzkleidung und Schutzklassen nach Norm
Schutz- oder auch Warnschutzkleidung ist in vielen Berufen nicht nur üblich, sondern Bedingung. Zu den wahrscheinlich bekanntesten Schutzbekleidungen zählt die Ausrüstung der Feuerwehr, aber auch in anderen Branchen ist eine genormte Schutzbekleidung zwingend erforderlich.
Im folgenden Text werden 7 der gebräuchlichsten Normen für Warnschutzkleidung erläutert.
EN 342 – Schutzkleidung gegen Kälte
Hierunter sind Kleidungssysteme zu verstehen, welche bei Temperaturen unterhalb von Minus 5 Grad eingesetzt werden, denn sie sollen bei Arbeitseinsätzen gegen extreme Kälteeinwirkung schützen. Dies ist unter anderem bei Tätigkeiten in Kühlräumen der Fall, aber auch bei Arbeiten im Freien bei sehr geringen Außentemperaturen oder bei bewegungsarmen Tätigkeiten im Freien, beispielsweise während der Wintermonate.
Hierbei sind auch Anforderungen an die Wärmeisolierung der gesamten Bekleidung inklusive der Unterbekleidung enthalten, ebenso wie Anforderung an die Durchlässigkeit von Luft oder an den so genannten Wasserdampfdurchgangswiderstandsindex. Grundsätzlich sind diese Anforderungen in drei Stufen unterteilt, wobei Stufe 1 grundsätzlich hoch ist und die Stufe 3 niedrig.
Die Warnschutzbekleidung erhält ihre Wärmedämmung in der Regel durch mehrschichtige wattierte und gesteppte Natur- oder Kunstfasergewebe. Damit ein ausreichender Schutz erreicht wird, muss der Arbeitnehmer die Bekleidung als Anzug tragen. Zum Beispiel in Form eines Parkas mit Latzhose oder eines Overalls. Ebenso ist die Bekleidung mit entsprechender Unterbekleidung sowie Hand- und Kopfbedeckung und Schutzschuhen zu kombinieren.
EN 343 Schutzkleidung gegen schlechtes Wetter
In dieser Norm sind die Eigenschaften der Schutzbekleidung gegen den Wettereinfluss, Wind und Umgebungskälte oberhalb von Minus 5 Grad definiert. Sie dient dem Schutz des Körpers unter anderem vor Niederschlägen, aber auch vor Bodennässe.
EN 374 Chemie – einfacher Schutz
Hierzu zählen unter anderem Schutzhandschuhe, welche zwar gemäß EN 374 wasserdicht sind, aber trotz allem nicht auf chemische Resistenz überprüft werden und keinen Permeationslevel erreichen, welcher besagt, wie lange die Handschuhe gegen bestimmte Chemikalien schützen.
EN 374 Chemie – spezifischer Schutz
Im Gegensatz zu den EN 374 Chemie – einfacher Schutz zählen hierzu Handschuhe, welche wasserdicht sind und bei mindestens drei der zwölf Prüfchemikalien ein Permeationslevel von mindestens 2 erreichen. Dies bedeutet, dass die Handschuhe mehr als eine halbe Stunde vor den Chemikalien schützen.
EN 421 Radioaktive Kontamination und ionisierende Strahlung
Diese Norm gilt ebenfalls für Schutzhandschuhe, die zum Schutz vor ionisierender Strahlung und radioaktiver Kontaminierung vorgesehen sind.
Diese Handschuhe müssen bestimmte Anforderungen erfüllen, denn sie müssen flüssigkeitsdicht sein und die in der Norm EN 374 festgelegten Penetrationstests bestehen. Handschuhe, welche in kontaminierten Bereichen zum Einsatz kommen, müssen eine sehr hohe Dichtigkeit gegenüber Wasserdampf aufweisen.
Für den Schutz vor einer ionisierenden Strahlung muss der Handschuh einen bestimmten Bleianteil enthalten, der als äquivalente Bleimenge angegeben wird. Jeder Handschuh muss mit dieser äquivalenten Bleimenge gekennzeichnet sein.
Materialien, welche einer Belastung durch ionisierende Strahlung ausgesetzt sind, können auf ihr Verhalten gegenüber einer Ozonrissbildung getestet werden. Dieser Test ist optional und kann zur Unterstützung der Auswahl von Handschuhen herangezogen werden, die eine Festigkeit gegen ionisierende Strahlung erfordern.
EN 470-1 Schutzkleidung für Schweißen
Hier ist die Warnschutzkleidung für das Schweißen und verwandte Verfahren gemeint. Die Kleidung soll den Benutzer von kleinen geschmolzenen Metallspritzern, kurzzeitigen Kontakt mit Flammen und ultravioletter Strahlung schützen.
